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Wie rette ich mein Gemüse?

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REGROWING als Stilmittel der Nachhaltigkeit 

Der Dokumentarfilm „Taste the waste“ hielt uns Menschen aus Ländern der Wegwerfgesellschaft deutlich den Spiegel vor. Die Pandemie hat ein Umdenken ermöglicht. Neben der „Entschleunigung“ wird mehr Wert auf Qualität und Regionalität gelegt. Doch neben der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung steht eine Art „Lebensmittel-Recycling“ derzeit hoch im Kurs und erfreut sich wachsender Beliebtheit: das „Regrowing“. 

Mit dem Prinzip des „Regrowings“, also des „erneuten Wachsens“, schenkt man dem Gemüse ein neues Leben und sich selbst auch Nachhaltigkeit auf dem Teller. Die Philosophie ist simpel: Gemüserest gehören nicht in den Biomüll, sondern können mit ein wenig Geschick neu gezogen werden. Bei der Saatmethode des „Nachwachsens“ werden Gemüseabfälle wiederverwertet, damit daraus neues Gemüse nachwächst. Hierbei braucht man nur den Strunk, den Ansatz oder Trieb in ein mit Wasser gefülltes Gefäß zu stellen. Nach einigen Tagen bilden sich neue Wurzeln oder neue Blätter sprießen. Diese Sprösslinge können dann in einen mit Erde gefüllten Topf umgesetzt werden. 

Einzige Ausnahme: die Zwiebel. Sie bleibt im Wasser. 

Für Einsteiger des Regrowings eignen sich am besten Basilikum, Minze, Knoblauch, Frühlingszwiebeln oder Kopfsalat. Wenn diese Anfänge gemeistert sind bilden Koriander, Zitronengras, Chinakohl und Avocado eine zweite Hürde, bevor mit der Süßkartoffel, dem Ingwer, der Ananas und der Galgant die Meisterstufe des Regrowings erreicht werden kann. 

Basilikum:

Einen 5–10 cm langen Trieb abschneiden, die unteren Blätter abzupfen. Den Trieb in ein Glas mit Wasser setzen. Glas auf eine helle Fensterbank stellen, damit sich neue Wurzeln bilden können. Wasser alle 2–3 Tage wechseln. Den Trieb nach 2–3 Wochen in einen Topf mit Erde pflanzen. Die Erde durch regelmäßiges Gießen feucht halten. 

Knoblauchgemüse: 

(kann wie Bärlauch genutzt werden):
Erde in einen 10-Liter-Topf mit Abflusslöchern füllen. 3 Knoblauchzehen hineinstecken und 3–5 cm mit Erde bedecken. Topf auf helle Fensterbank stellen, damit die Zehen austreiben. Die Erde durch regelmäßiges Gießen feucht halten. Sobald die Blätter lang genug sind, diese abschneiden und als Knoblauchgemüse wie Bärlauch verwenden. 

Kopfsalat: 

Strunk abschneiden (ca. 5 cm hoch), mit dem Anschnitt nach oben in ein flaches, mit Wasser gefülltes Glasgefäß legen. Gefäß an einen hellen Standort stellen (z. B. Fensterbank). Der Strunk soll stets zur Hälfte von Wasser bedeckt sein. Sobald sich neue Wurzeln und oben frische grüne Blättchen bilden, in einen mit Erde gefüllten Topf pflanzen. 

Frühlingszwiebel: 

Unteren Ansatz samt Wurzeln in ein mit Wasser gefülltes Glasgefäß stellen. (Schnittfläche über der Wasserfläche). Glasgefäß auf eine helle Fensterbank stellen, damit das Grün wachsen kann. Wasser alle 1–2 Tage wechseln. Grüne Stängel kürzen und wie gewohnt in der Küche verwerten. Rest weiterhin im Glasgefäß nachtreiben lassen.