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„Service above self“ – Rotary Club St. Vith-Eifel

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Weltweit gibt es in 166 Ländern etwa 35.000 Rotary-Clubs, in denen sich erfolgreiche Berufstätige sozial engagieren. Seit der Gründung durch Paul Harris vor nunmehr über 115 Jahren lautet der Wahlspruch der über anderthalb Millionen Rotarier weltweit „Service above self“. Diesem „Selbstlosen Dienen“ haben sich auch die aktuell 47 Mitglieder des Rotary Club St. Vith-Eifel verschrieben, die im kommenden Jahr ihr 20-jähriges Gründungs-Jubiläum feiern werden. Picolo hatte die Gelegenheit, mit dem derzeitigen Präsidenten Jean-Louis Prignon über die aktuellen Projekte und die weiteren Perspektiven zu reden.

Rotary versteht sich als Servicevereinigung von weltanschaulich nicht gebundenen, überparteilichen Frauen und Männern, die sich über alle Grenzen hinweg für humanitäre Hilfe und Völkerverständigung einsetzen.

Rotary bekämpfte erfolgreich Kinderlähmung

Neben regionalen und nationalen Tätigkeitsschwerpunkten werden die Rotarier auch international aktiv. So konnte dank des Einsatzes von Rotary International die Polio-Krankheit weltweit durch Sensibilisieren und konkrete Impfkampagnen nahezu ausgerottet werden. „Das ist ein toller Erfolg, den wir uns als Rotarier auf die Fahne schreiben können, denn hier haben wir Zusammenhalt und seit 1985 auch einen langen Atem bewiesen“, meinte Jean-Louis Prignon.

Im Zeichen der Dynamik

Wie kam es vor 115 Jahren zur Gründung von Rotary, der weltweit ältesten Servicevereinigung? Der vielversprechende US-amerikanische Anwalt Paul Harris zeigte sich 1905 enttäuscht von den herrschenden Geschäftspraktiken und traf sich mit drei Gleichgesinnten. Das Quartett entschloss sich dazu, dem Wirtschaftstrend gegenzusteuern. In abendlichen Treffen entstand schließlich die Idee einer Vereinigung von toleranten Berufstätigen, die Fairness und guten Willen im Wirtschaftsleben auch zum Nutzen von Ärmeren einbringen wollen. Der Erfolg stellt sich schnell ein, sodass die Idee 1910 nach Kanada und 1911 nach Europa überschwappte. Die intensive Jugendarbeit startete 1916 als „Boys Work“ für straffällige Jugendliche und behinderte Kinder, während ein Jahr später die „Rotary Foundation“ ins Leben gerufen wurde. Ende der 1920er Jahre wurden die so genannten vier Rotary-Säulen – der Klub, der berufliche, der gemeine und der internationale Dienst – beschlossen und erklärten Rotary offiziell zur freundschaftlichen, beruflichen, sozialen und Länder verbindenden Vereinigung. 1930 engagierten sich auf allen Kontinenten bereits 153.000 Mitglieder in 3.300 Clubs in 66 Ländern.

Projekte im Dienste der Menschheit

Die Stiftung regte mit „Bewahrt den Planeten Erde“, der mehrjährigen „Drogenprävention“, der internationalen Flüchtlings- und Kinderhilfe, der Friedens-Forschung, dem Kampf gegen Armut und dem Einsatz für eine bessere Bildung nach dem 100-jährigen Bestehen neue, zukunftsorientierte Projekte an. Der Rotary-Club St. Vith-Eifel ist ein Rädchen in diesem internationalen Konstrukt, wobei Präsident Jean-Louis Prignon gerade in Zeiten der COVID19-Pandemie die Bedeutung des Serviceklubs im lokalen und 5 regionalen Kontext unterstreicht. „Unsere Welt befindet sich in der schwersten sanitären und wirtschaftlichen Krise seit dem 2. Weltkrieg. Niemand kann präzise voraussagen, wie sich unser Leben entwickeln wird. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Staaten aufgrund der Überschuldung in Zukunft nicht mehr alle sozialen Dienst und Unterstützungen gewähren können, sodass solidarische Bürgerinitiativen einen immer wichtigeren Platz in unserem Zusammenleben einnehmen müssen“. Hierbei stellen sich die Rotarier weltweit der so genannten 4-Fragen-Probe: Ist es wahr? Wird es Freundschaft und guten Willen fördern? Ist es fair für alle Beteiligten? Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen?

Serviceklubs gefragter denn je!

Neben den unterstützten internationalen und nationalen Projekten gelten die St. Vither Rotarier für die Lebensmittelbank der Rotkreuz-Sektion St. Vith Burg-Reuland als existentieller Partner. „Seit über 10 Jahren sind wir Partner der Lokalsektion, die mit ihrer Lebensmittelbank wertvolle Sozialarbeit leistet. Das wird auch in Zukunft so bleiben, zumal das RK aufgrund der Pandemie deutliche Einnahmeeinbußen im Second-Hand-Laden verbucht. Gerade diese Einnahmen dienten bisher dazu, die Lebensmittelbank mit zu finanzieren. Auch haben es die Kunden der Lebensmittelbank derzeit schwer in St. Vith beim RK präsent zu werden, sodass wir die Mittagessen direkt zu den Leuten bringen“, so Jean-Louis Prignon weiter. Daneben unterstützt der Serviceklub Projekte wie im Hof Peters in Emmels oder von Vivias. Besonders stolz ist Jean-Louis Prignon auf die bereits seit 2016 in Zusammenarbeit mit Rotary Eupen angebotene Drogenprävention in den Schulen der DG. „Das ist ein wichtiges Thema, das uns alle beschäftigt und daher in unserer Gesellschaft und unserem Handeln verankert sein sollte. Die Resonanz ist positiv und erste konkrete Erfolge werden messbar“,
so der Rotary-Präsident.

650.000 € in soziale Projekte investiert

In den vergangenen 20 Jahren konnten vom Rotary Club St. Vith-Eifel bereits 650.000 € in soziale Projekte investiert werden. „Unsere Einnahmen durch Sponsorengeldern oder aber Aktionen und Events fließen nach Abzug der Direktkosten integral in unsere Projekte, sodass wir gezielt dazu beitragen können, das Leben von vielen Menschen in Not ein wenig schöner zu gestalten“. In Zusammenarbeit mit den Kollegen der „Table Ronde“ sprachen die St. Vither Rotarier dem Kranken- und Pflegepersonal mit Essensausgaben ihren Dank in Zeiten der Pandemie aus. Die Rotarier treffen sich zwei bis drei Mal monatlich um gemeinschaftlich Projekte zu definieren. „Natürlich müssen wir Einnahmen generieren um auch helfen zu können. Durch die Pandemie und die Maßnahmen war es uns in diesem Jahr nicht möglich das Smiley-Race sowie den Getränkestand auf der St. Vither Kirmes zu machen. Das reißt uns ein großes Loch in unsere Kasse, sodass wir auf Reserven zurückgreifen und auf eine baldige Verbesserung der COVID19-Situation hoffen müssen. Das Benefiz-Golfturnier in Clervaux konnte unter strengen Auflagen doch noch organisiert werden, was uns alle glücklich schätzt. Auch möchte ich unseren vielen Partnern für die Unterstützung auch in diesen unsicheren wirtschaftlichen Zeiten besonders danken, denn ohne sie könnten wir unsere Arbeit nicht so erfolgreich gestalten“, so Jean-Louis Prignon abschließend.