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Blutrünstige Spinnentiere

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Sommer 2019 droht mit Zeckenplage

Der Winter war mild, der Frühling außergewöhnlich warm. Fachleute befürchten in diesem Jahr eine
Zeckenplage. Picolo ging der Frage nach, wie man sich gegen die lästigen Spinnentiere schützen und wie man Bissen vorbeugen kann.

Die in unserer Region vorkommenden Zeckenarten sind in der Regel harmlos. Allerdings können sie Krankheitserreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und der Borreliose übertragen, die für den Menschen mitunter lebensgefährlich sein können.

FSME und Borreliose

Für FSME gibt es beim Arzt eine Meningitis-Impfung, die vor allem für Kinder empfehlenswert ist. Symptome der FSME-Erkrankung sind Gesichtslähmungen, Hörschäden und auch hohes Fieber. Borreliose zeigt sich manchmal erst Wochen nach dem Stich durch eine Rötung um die Einstichstelle, dem sogenannten Rotlauf. In einem solchen Fall muss unbedingt ein Arzt konsultiert werden, der die Symptome mit Antiobiotika behandelt. Bei Kindern kann sie unbehandelt eine lebensgefährliche Hirnhautenzündung auslösen.

Aggressive Invasoren

Beide Erkrankungen können auch den geliebten Vierbeinern gefährlich werden, zumal sie beim Herumstreunen durch Hecken und Unterholz bevorzugte Opfer der Spinnentiere sind. Streift ein Mensch oder Tier sie im Vorbeigehen ab, ergreifen die Zecken blitzschnell die Gelegenheit und haken sich fest. Dann suchen sie sich ein warmes, ruhiges Plätzchen auf der Haut und beißen sich fest. Der Klimawandel bringt jedoch neue, dynamischere Invasoren mit sich. So beobachten Förster seit geraumer Zeit vermehrt die Auwaldzecke, die eigentlich in Italien, Österreich, Ungarn sowie osteuropäischen Ländern und den USA beheimatet ist. Im Gegensatz zur häufigsten in unserer Region verbreiteten Zeckenart, dem Gemeinen Holzbock, ist die Auwaldzecke aggressiv und lauffreudig. Sie wartet nicht passiv am Grashalm hängend auf ihr Opfer, sondern geht aktiv auf Beutesuche.

Feuertod bringt Sicherheit

Aber wie kann man sich vor dem Stich einer Zecke schützen? Helfen kann es, die Haut und Kleidung mit einem vom Apotheker empfohlenen Anti-Zecken-Spray einzusprühen. Außerdem empfehlen Fachleute, bei Spaziergängen oder der Gartenarbeit, lange Hosen und langärmelige Shirts zu tragen. Wanderer sollten auf den Wegen bleiben und – insbesondere nach einem Sommerregen – Wiesen und Unterholz meiden. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte jeder auf der Haut und im Haar nach Zecken suchen, um sie gegebenenfalls zügig entfernen zu können. Wichtig ist es, die Zecken möglichst nah an der Haut zu packen und vorsichtig abzuziehen. Helfen können hierbei Zeckenzangen, – karten oder Pinzetten. Entgegen der weitläufigen Meinung sollten die Zecken nicht aus der Haut gedreht werden, da dabei der Kopf abgerissen werden kann und Entzündungen vorprogrammiert sind. Nach dem Entfernen sollte die Hautstelle desinfiziert werden. Für Hunde und Katzen gibt es beim Apotheker oder Tierarzt Spot-On-Tropfen, die in den Nacken geträufelt werden. Die Tiere sind dadurch einige Wochen vor den Plagegeistern geschützt.

Wichtig ist auf jeden Fall, die Haustiere regelmäßig abzusuchen, denn herumkrabbelnde Spinnentiere können auf Frauchen oder Herrchen umsteigen. Die Parasiten sind unglaublich zäh. Wer glaubt, lebende Zecken erfolgreich in der Toilette entsorgen zu können, der hat sich getäuscht: Zecken können bis zu drei Wochen lang unter Wasser überleben. Auch Kälte tötet sie nicht sofort. Sie schaffen es, 24 Stunden lang bei Minus zwölf Grad Celsius im Gefrierfach auszuharren. Selbst den Waschgang bei 40 Grad überleben die Quälgeister. Erst ab 60 Grad oder im Trockner geht es ihnen an den Kragen. Grausam, aber effektiv: der Feuertod. Wird die Zecke in ein kleines Stück Papier oder Taschentuch gewickelt und verbrannt, ist es endgültig aus mit ihr.

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