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Wo Eier & Käse noch wie früher schmecken!

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Schoppener BioGut steht für Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

In Schoppen in der Gemeinde Amel widmen sich seit 2016 drei Schwägerinnen der Familie Lentz einer nachhaltigen Landwirtschaft. Begonnen hat das ehrgeizige Familienprojekt mit einem sogenannten „Hühnermobil“, das neben dem Tierwohl auch qualitativ hochwertige Eier garantiert, während seit Sommer vergangenen Jahres mit der Käseproduktion aus der eigenen Heumilch ein weiteres Standbein hinzugekommen ist. Picolo besuchte die drei dynamischen Damen Judith Michaeli, Sonja Huppertz und Evelyne Mölter, um über die Philosophie ihres Kleinunternehmens zu reden und Genaueres über die erzeugten Produkte in Erfahrung zu bringen.

Seit längerer Zeit hatten die drei Familien die Idee, „ein gemeinsames Projekt im Bereich der Nachhaltigkeit“ zu starten. „Es sollte sich um ein landwirtschaftliches Projekt handeln, in dem alle Familienmitglieder gleichermaßen mit einbezogen werden konnten. Auf einer Studienfahrt nach Bayern entdeckte Rainer Lentz das Prinzip des „mobilen Hühnerstalls“ und ließ den Funken der Begeisterung schnell auf die gesamte Familie überspringen“, erinnert sich Judith Michaeli.

Hühnermobil als „Teambuilding“

Aufgrund der langen Lieferzeit des „Hühnermobils“ hatte die Familie genügend Zeit, sich mit den verschiedenen Behördengängen und Genehmigungen zu befassen und somit das Projekt der tiergerechten Hühnerhaltung und der Produktion von Bio-Eiern vorzubereiten. Aufgrund der verschiedenen Verordnungen vonseiten der Afsca beschloss die Familie die Haltung von 199 Legehennen. „Das ist rein praktischer Natur, denn ab 200 Tieren erweisen sich die Afsca-Auflagen als deutlich aufwändiger“, so Evelyne Mölter. Für das Prinzip des „Hühnermobils“ spricht vor allem der Aspekt des „Tierwohls“. „Ja, der große Vorteil liegt zweifelsohne in der Beweglichkeit und Flexibilität des Hühnermobils“, erklärte Sonja Huppertz. Mit einem Traktor wird das Hühnermobil jede Woche versetzt, sodass die Hühner ausschließlich frische Grasfläche nutzen. Dadurch wird die Grasnarbe nicht beschädigt und die Tiere müssen nicht auf verdreckten und verschlammten Stellen laufen und scharren.

Tierwohl bedeutet mehr Qualität

Dies sei laut Aussage der drei Betreiberinnen besser für die Gesundheit der Tiere und entspreche zudem auch ihrem natürlichen Verhalten. Das Mobil beinhaltet zwei Etagen auf denen ein Wassertank, die Futtertanks, Sitzstangen und Legenester angebracht sind. Diese mit Dinkelspelz ausgelegt Legenester sind von außen zugänglich, während sich die Auslaufklappen automatisch öffnen und schließen lassen. Der Kot fällt auf ein Band, das von außen abgekurbelt und geleert wird. „Unsere Tiere und unsere Eier bleiben sauber“, so der Tenor. Die Arbeit wird zwischen der gesamten Familie aufgeteilt. Auch die Kinder dürfen mit anpacken und lernen somit spielerisch Verantwortung zu übernehmen. Die wöchentliche Produktion beläuft sich auf insgesamt 1200 Eier, die derzeit neben dem Hofverkauf am Samstag zwischen 10 und 12 Uhr in den drei Geschäften „Bioladen Terrenhof“ (St. Vith), „Obst- und Gemüsehandel Gerald Kreitz“ (Bütgenbach) sowie im „Hof Peters“ (Emmels) angeboten werden. „Die Leute sind von der Qualität unserer Eier begeistert. Besonders die älteren Leute sprechen von „einem Geschmack, den man von früher“ kennt“, so Judith Michaeli.

Heumilchkäse

„Rainer hat eine Hof eigene Trocknungsanlage für Heu und füttert sein Vieh während der Stallzeit ausschließlich mit getrocknetem Heu. Dieses Heu hat deutlich mehr Blatt und Blume und somit auch entsprechend mehr Inhaltsstoffe, sodass weniger Kraftfutter beigefüttert werden muss. Die Heumilch von Rainer Lentz beinhaltet im Gegensatz zur konventionellen Milch kaum Buttersäuresporen, was für die Käseherstellung äußerst vorteilhaft ist, da es somit zu keinerlei Fehlgärungen kommt und der Käser keinerlei Zusatz- oder Konservierungsstoffe beifügen muss.

„Ich habe einen Workshop bei Leo Freichels in Grüfflingen besucht und war von der Käserei begeistert, sodass wir uns in dieses Abenteuer stürzten“ so Judith Michaeli. In einem kleinen Container hat sich die Familie Lentz ihre eigene Käserei eingerichtet, wobei die gemolkene Milch direkt ohne Zwischenkühlung von der Kuh in den Käsebottich gelangt.

Vom Euter direkt in die Käserei

„Das ist für unsere Produktion sicherlich vorteilhaft, denn der Schlauch führt direkt aus dem Stall in unseren Container. Das Rohprodukt hat sofort die richtige Temperatur“, meinte Judith Michaeli. Einmal wöchentlich fließen somit 500 Liter Heumilch in den Container, die zu ca. 50 kg Hartkäse der Varianten „Natur“ und „Bärlauch“ verarbeitet werden. Insgesamt beliefert die Familie Lentz derzeit 13 Dorfläden, Brasserien und Restaurants. „Zur Zeit sind wir mit unseren zwei Varianten sehr zufrieden, da dieses Sortiment produktionstechnisch leicht zu händeln ist“, meinte die Käserin. Vor allem die familiäre Ausrichtung des BioGuts in Schoppen ist beispielhaft, denn ob Groß oder Klein, jeder packt tatkräftig mit an. „Wir haben einen Arbeitsplan und jeden Samstag trifft sich unsere Familie bei den wöchentlichen Arbeiten am Hühnermobil. Auch unsere Kinder freuen sich auf diese Treffen. Bei der Gelegenheit werden dann auch schon mal andere gemeinsame Aktivitäten geplant. Das ist dann die Belohnung für unsere Mühen“, meinte Evelyne Mölter abschließend.


BioGut Schoppen
Öffnungszeiten Hofladen:
Samstags von 10 – 12 Uhr
St. Anna-Straße, 19 • B-4770 Schoppen
Tel.: 0032 80 571 970
schoppenerbiogut@gmail.com

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