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Tuchakrobatik mit Aurélie Brüls

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Aurélie Brüls aus Elsenborn ist begeisterte Tuchakrobatin

Eigentlich kennt man Tuchakrobaten nur aus dem Fernsehen, Zirkussen und „Supertalent“-Shows. Wenngleich diese Form der Akrobatik dem Turnsport entstammt, ist sie weitgehend unbekannt und fristet ein Dasein in der Nische. Ein Grund hierfür ist sicherlich der fehlende Wettkampfcharakter, denn an Faszination, Grazilität und Action ist diese Sportart kaum zu überbieten. Die Elsenbornerin Aurélie Brüls beschäftigt sich schon seit über zehn Jahren mit der Tuchakrobatik und möchte diesem Nischendasein ihrer lieb gewonnenen Sportart endlich ein Ende bereiten. Picolo hatte die Gelegenheit mit ihr über den sportlichen Werdegang sowie die Faszination der Tuchakrobatik zu reden.

Begonnen hat ihre Passion für den Turnsport bereits in frühen Kindertagen. Wie andere Kinder auch trat sie dem TV Elsenborn bei und widmete sich hierbei unter anderem dem Tumbling-Turnen. Zur Tuchakrobatik kam Aurélie Brüls recht zufällig durch den Cousin ihrer Mutter, Daniel Offermann, der innerhalb des Elsenborner Turnvereins eine „neue“ Trainingsgruppe gründete um gerade diese Tuchakrobatik zu propagieren.

Zirkusgruppe als Sprungbrett

„Wir sind recht spielerisch zur Tuchakrobatik gekommen, da wir in der Zirkusgruppe als damals Elfjährige auch das Jonglieren, das Trapezturnen und viele weitere Dinge erlernten. Es machte halt einen Riesenspaß!“ Und diesen Spaß möchte Aurélie Brüls auch als Erwachsene nicht missen, sodass die mindestens drei Mal wöchentlich stattfindenden Trainingseinheiten nicht als Strapaze, sondern vielmehr als perfekter Ausgleich zum Berufsleben verstanden werden. „Der Sport war für mich schon immer wichtig. Im Studium und jetzt auch im oftmals stressigen Beruf der Sozialassistentin half und hilft er mir, dass innere Gleichgewicht zu finden. Die Turnakrobatik wirkt auf mich entspannend und trägt dazu bei, dass ich „abschalten“ kann“, bemerkte Aurélie Brüls gegenüber Picolo. Die mittlerweile 22-Jährige möchte aber ihren Sport auch Kindern und Jugendlichen zugänglich machen und gründete somit vor einiger Zeit zusammen mit Laetitia Brüls eine eigene Trainingsgruppe, die derzeit aus zehn Mädels besteht, die ein Mal pro Woche gemeinsam trainieren. „Eigentlich ist die Tuchakrobatik ein reiner Einzelsport. Man hängt alleine am Tuch, man muss sich um die entsprechende Choreografie kümmern und die verschiedenen Übungselemente selbst einstudieren. Das Ziel der Gruppe ist es demnach Spaß zu haben und eigene Erfahrungen auszutauschen. Die eigentliche Gruppendynamik findet somit in der Aufwärmung statt“, so die versierte Tuchakrobatin weiter.

Sport mit Schattendasein

Was sich bei den Shows so einfach und leicht ansieht, ist oftmals sehr schmerzhaft und birgt auch eine entsprechende Verletzungsgefahr. „Kleinere Verbrennungen beim Abrutschen sind an der Tagesordnung und auch blaue Flecken, aufgrund des Drucks beim Aus- oder Aufrollen, sind nicht auszuschließen. Dennoch glaube ich, dass die Tuchakrobatik ein sicherer und vor allem auch ein gesunder Turnsport ist“, bemerkte Aurélie Brüls. Der Körper erreicht durch das regelmäßige Training ein großes Maß an Dehnbarkeit, während die Kraftelemente die Muskelbildung befördern. Angst vor der Höhe hat Aurélie Brüls keine, doch habe sie einen gewissen Respekt. „Natürlich ist die Höhe in der wir turnen bei Zwischenfällen eine Gefahrenquelle. Diese gilt es durch regelmäßiges Training auszumerzen.“

Kalkuliertes Risiko

Das Abfallen und Ausrollen sei reine Technik, die man trainieren könne. Daher seien Übung und Gewohnheit die Stilmittel für sichere Tuchakrobatik. Die verschiedenen Choreografien werden in niedriger Höhe von ca. einen Meter einstudiert und geprobt. „Das kann auch bei mir zu Hause auf dem Dachboden stattfinden, wo ich ein entsprechendes Tuch installiert habe. Hier wird geschaut, wie man sich drehen und wenden muss, damit die Übung am Ende auch stilistisch gut rüber kommt. Erst dann wird die Höhe allmählich gesteigert, bevor dann in der eigentlichen Höhe trainiert wird“. Natürlich spiele eine gewisse Überwindung mit, aber die eigene Technik und die Erfahrung seien die beste Sicherung. „Ich bin in den über zehn Jahren nicht ein einziges Mal auf die Nase gegangen. Natürlich kommt es vor, dass man sich in den Tüchern total verheddert, sodass man sich oftmals nur mit externer Hilfe befreien kann. Doch das sind die Anekdoten, die sicherlich zu jeder Sportart gehören“, meinte Aurélie Brüls.

Noch nie „auf die Nase gegangen“!

Rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre Sport fallen Aurélie Brüls mit diversen Galas und Turnfesten einige Highlights ein, wenngleich diese nichts mit Wettkampfsport, sondern vielmehr ausschließlich mit Show zu tun haben. „Wir werden meist für spezielle Jubiläen, Firmenfeste und Events gebucht, da die Voraussetzungen, wie bereits gesagt, nicht allerorts gegeben sind.“ Ein besonderes Highlight erlebte Aurélie Brüls in Bütgenbach und auf Botrange wo „outdoor“ an einem Kran geturnt wurde. „Das war schon eine ganz andere Hausnummer, entfloh man doch der Enge des Saals und hatte mit dem Wind eine zusätzliche Herausforderung zu meistern. Das war aber sehr spannend!“
Bei diesen Rückblenden wird Aurélies Wunsch nach mehr Auftritten spürbar und deutlich. „Ja, es macht halt mehr Spaß vor Publikum aufzutreten. Daher freue ich mich auf weitere Buchungen, wobei wir uns ganz auf die Wünsche des Veranstalters einlassen können. Unsere Show soll halt für den Ah- und Oh-Moment einer Veranstaltung sorgen. Dafür tun wir alles und lassen uns auch Einiges einfallen.“

Wer Aurélie Brüls live in Aktion sehen möchte kann dies beim TV-Saalfest am 27. April in Elsenborn/Herzebösch tun. Am 20. Oktober tritt sie auch beim Spenden-Event der Krebshilfe Ostbelgien in Deidenberg auf.
Anfragen nimmt die sympathische Sportlerin unter ihrer Email-Adresse aurebruls@hotmail.com entgegen. Weitere Infos und auch Videos zur Tuchakrobatik findet man ebenfalls auf der Facebook-Präsenz unter Aurélie Brüls.