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„Hier zu leben, das ist es uns wert!“

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Dorfgruppe Maldingen zeigt sich weiter
zukunftsorientiert

In der Gemeinde Burg-Reuland nimmt die Ortschaft Maldingen eine Sonderstellung ein, wurde doch hier bereits vor Jahren eine sogenannte Dorfgruppe ins Leben gerufen, die seitdem die Geschicke auf vielen Ebenen leitet. Seither ist vieles geschehen und die Bemühungen um ein harmonisches und dynamisches Mit- und Füreinander innerhalb der Dorfgemeinschaft konnte 2013 sogar auf europäischer Ebene prämiert und honoriert werden. Doch Stillstand bedeutet bekanntlich Rückschritt, sodass die Mitglieder der Dorfgruppe stets auf der Suche nach möglichen Verbesserungen für ihre Mitbewohner und der Dorfentwicklung sind. Picolo sprach mit den Verantwortlichen der Dorfgruppe.

„Ja, wir sind tatsächlich Vorreiter für die Gemeinde Burg-Reuland, doch die Idee stammte eigentlich von Herbert Grommes, der vor Jahren ähnliche Strukturen für die Stadtgemeinde St. Vith wünschte. Wir haben diese Idee aufgegriffen, da wir mit der Dorftränke ein konkretes Projekt hatten, das unter anderem von Jakob Thommessen propagiert wurde. So haben wir uns damals zusammengetan und entsandten von jedem Dorfverein zwei Delegierte. Das war der Beginn einer bisher absoluten Erfolgsgeschichte“, meinte Hansi Krings.

Erfolgsstory

Ziel der Maßnahme ist und bleibt eine positive Dorfentwicklung. „Wir haben zwar bereits zwei Mal am europäischen Dorfwettbewerb teilgenommen und diesen auch 2013 zu unserer Freude gewinnen können, doch erachten wir diese Auszeichnungen lediglich als Sahnehäubchen für unsere Bemühungen, Schwung in unser Dorf zu bringen. Die tägliche Arbeit ist uns wichtiger denn je!“, meinte Jakob Schrauben im Gespräch. Dass die „Dorfgruppe“ und die „Dorfentwicklung“ keine Phrasendrescherei darstellen, beweist schon das enorm große Interesse bei den ordentlichen Generalversammlungen. „Alle Vereine, alle Altersklassen, alle Meinungen sind vertreten und es kommt stets zu einem tollen und vor allem produktiven und richtungsweisenden Austausch und Konsens“, so die Einschätzung. Die ca. 25 Mitglieder der Dorfgruppe treffen sich hierbei regelmäßig und arbeiten ihre Projekte und Konzepte in Untergruppen, den sogenannten Arbeitsgruppen (AG), aus.

AGs arbeiten Konzepte aus

So wurden in den vergangenen Jahren die AGs „Wanderwege“, „Infoblatt“, „Internet“, „Dorfwettbewerb“, „Kontakt“ und „Senioren“ ins Leben gerufen, die verschiedene ihrer Zielsetzungen bereits in die Tat umsetzen konnten. Vor allem ist die Dorfgruppe auf die Integration der Senioren stolz. So konnte der sich monatlich treffende Senioren-Kartenklub neu belebt und ein spezielles Senioren-Wandern ausgearbeitet werden. Die Dorfbevölkerung wird darüber hinaus über das eigene „Infoblatt“ über anstehende Events und Maßnahmen in Kenntnis gesetzt. „Das ist ein tolles Medium, das wir ein Mal pro Jahr veröffentlichen und in dem viele nützliche Informationen rund um das Dorfleben enthalten sind.“ Die aktuelle, eigenfinanzierte Ausgabe steht unter dem Motto „Maldingen setzt auf Wachstum der Lebensqualität im Dorf“.

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Eigenes Infoblatt

Neben regelmäßig organisierten Wanderungen über die fünf derzeit bereits bestehenden Wanderrouten über sieben bis zehn Kilometer bietet die Dorfgruppe Maldingen zudem einen kleinen Materialverleih für Vereine und Dorfbewohner an. „Wir können Beamer, Leinwand sowie auch Tische und Bänke anbieten, die dann bei Vereins- oder Familienfeiern zum Einsatz kommen. Auch das bringt für unsere Mitbewohner einen gewissen Mehrwert an Lebensqualität“, so Patrick Sarlette.
Doch nicht nur verein- oder bewohner spezifische Probleme greift die Dorfgruppe Maldingen auf, sondern schaltet sich auch als Sprachrohr des Dorfes bei politischen Entscheidungsträgern ein. Ein großes Thema in diesem Zusammenhang stellt zweifelsohne die Verkehrsberuhigung auf der viel befahrenen N827 dar. „Hier konnten wir einige tolle Teilerfolge feiern, sodass Straßenbeleuchtungen und Zebrastreifen erneuert wurden und der Eingangsbereich des Dorfes mit einer entsprechenden Verkehrsinsel entschleunigt werden konnte.“ Außerdem trägt die Dorfgruppe die jährliche Müllsammelaktion und zeichnete sich auch für die Gestaltung und Realisierung des Parkplatzes an der Kirche verantwortlich. Eine Frage und Problematik zugleich, die den Maldingern derzeit unter den Nägeln brennt, ist zweifelsohne die geplante Errichtung einer Mobilfunk-Antenne nahe des Fußballplatzes und des Bahndammes. „Wir bemängeln hier gewisse Defizite bei der Information der Dorfbevölkerung und der Kommunikation vonseiten der Gemeinde. Im Namen unserer Mitbewohner intervenierten wir daher bei der Gemeinde, um entsprechende Gutachten und Pläne einzusehen, denn anfangs war die Rede von einer gesundheitsschädigenden 5G-Antenne, die aus unserer Sicht, aufgrund der tiefen Lage, technisch nicht viel Sinn macht. Wir werden in dieser Angelegenheit weiter am Ball bleiben, um die Interessen des Dorfes auch bei den politischen Instanzen zu vertreten“.

Sprachrohr des Dorfes

Als Zukunftsprojekte hat die Dorfgruppe ebenfalls einige Punkte auf der Agenda, die teilweise bereits angestoßen sind und einer Verwirklichung warten. Beispiele sind die Behebung des Parkplatzmangels im Kirchenbereich, das Anbringen von Infotafeln zur Historie der Kirche, des Bahnhofs und der Schule sowie von „Willkommensschildern“ an den Eingangsbereichen des Dorfes mit entsprechendem Blumenschmuck und den möglichen Hinweisen auf Dorfevents. „Wir sind weiterhin voller Ideen und haben auch schon ein mögliches Jubiläumsfest für unseren einstigen Dorfbewohner und international anerkannten Autoren Paul Gerardy in der Schublade, der im kommenden Jahr seinen 150. Geburtstag feiern wird“, erklärte Hansi Krings weiter. Zudem laufen derzeit Kontakte mit der St.Hubertus-Bruderschaft aus Lendesdorf bei Düren, die anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens im kommenden Jahr in Maldingen eine Feier abhalten möchte. Geplant sei unter anderem die Einweihung eines Gedenksteines.

Paul Gerardy und „St.Hubertus-Bruderschaft“

Auch Innovativ und digital hat die Dorfgemeinschaft in den vergangenen Jahren stets aufgestockt. Seit Beginn wurden die Errungenschaften der Dorf-AGs, sowie alle wichtigen Informationen Maldingen betreffend, auf einer eigenen Webpräsenz vorgestellt. Diese Homepage aus dem Jahre 2012 wurde vor einigen Monaten runderneuert und attraktiver gestaltet. „Ich habe mich 2012 vom Beispiel Lommersweilers inspirieren lassen und in Eigeninitiative eine Präsenz für Maldingen geschaffen. Diese Idee wurde von der Dorfgruppe aufgegriffen und entsprechend verfeinert“, so Jakob Scheuren. Die neue Präsenz beinhaltet die Themen „Unser Dorf“, Vereine, Aktuelles, Unternehmen, Wanderungen sowie Media und bietet sowohl den Maldingern als auch Außenstehenden tolle Einblicke in das Dorfleben und der vorhandenen Dynamik. Derzeit werde auch der „Dorfwettbewerb 2019“ intensiv von der zuständigen AG vorbereitet. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der „Bevölkerungsstruktur im Dorf“, wobei die Aspekte des Zusammenlebens, der Generationenvielfalt sowie der erneuerbaren Energien besonders beleuchtet werden. Im Juni kommt es zu einer entsprechenden Vorstellung vor Ort. Als Zukunftswünsche äußerte die dynamische Gruppe die weitere Harmonie und Dynamik, die auch besser von den zuständigen Gremien wertgeschätzt werden sollte, während als Projekte der Bahndamm sowie die Verkehrsberuhigung Richtung Braunlauf genannt wurden. Ein lebendiges Dorf, das sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und somit auch ein gutes Beispiel für viele andere Dorfgemeinschaften sein kann.