laden

Tippe zum suchen

Distanzreiterin Luisa Lejeune

Teilen

Distanzreiten – eine vielseitige Sportart, bei der an einem Tag zwischen 20 und 160 km auf ein und demselben Pferd zurückgelegt werden müssen. Am Ende gewinnt derjenige, der die vorgesehene Ziellinie als erstes überquert. Die passionierte Distanzreiterin Luisa Lejeune ist aktuell eine der größten Hoffnungsträgerinnen Ostbelgiens. Wir haben sie zum Interview getroffen. Im folgenden Artikel erfahrt ihr alles über ihren Werde- gang, ihre Motivation sowie ihre Karrierehöhepunkte.

Kindheitstraum Reiten – früh übt sich

„Ob vor oder nach der Schule, ich kümmerte mich von klein auf um die Pferde und Ponys einer Bekannten, welche auf einer Wiese neben unserem Haus standen“, so Luisa zu Beginn unseres Interviews. Bereits in ihrer frühen Kindheit lernte die aufgeweckte 19-Jährige, welche Verantwortung und Pflege mit dem Besitz eines Pferdes einhergehen. Ihren größten Herzenswunsch, den eines eigenen Ponys, erfüllten ihr die Eltern zur ersten heiligen Kommunion. Es folgten zahlreiche Reitstunden sowie ausgedehnte Aufenthalte in einem Reitlager für Dressur- und Springreiten. Das intensive Training von Luisa zahlte sich aus. Bald erlangte Sie erste Reitabzeichen und nahm an kleineren Springturnieren teil.

Distanzreiten – Ausdauersport der Superlative

Doch warum entschied sich Luisa ausgerechnet für das Distanzreiten? Durch einen Wechsel ihres Reitvereins machte sie die Bekanntschaft mit André Arens aus Recht, für den sie bereits vorher gemeinsam mit seiner Enkelin dessen Araberpferde trainierte. Diese Begegnung weckte zunehmend ihr Interesse für das Distanzreiten. Diese Sportart ist für Luisa eine besondere Challenge, da das Training und die Turniere ein hohes Maß an Ehrgeiz und Durchhaltevermögen erfordern. Es sei jedoch ebenfalls ein guter Ausgleich zum hektischen Alltag, so die 19-jährige Reiterin. Am meisten schätze sie daran, dass sie viel in der Natur unterwegs sei, gleichgesinnte Mitreiter kennenlerne und verschiedene Länder bereise. Doch auch die Herausforderung, das Pferd topfit durchs Ziel zu bringen, ist ein einzigartiger Reiz für Luisa.

Karrierehöhepunkte – Siegen lernen von den Besten

Neben einigen nationalen und internationalen Rennen zählt der belgische Junioren Meistertitel im Jahre 2017 zu den größten Erfolgen Luisas. Mit dem Pferd „Sonschein“ (Besitzer Kurt Colgen) bestritt sie das 120 km lange Rennen in Etalle, Belgien. „Sonschein“ begleitete die junge Reiterin ebenfalls zur Junioren Weltmeisterschaft 2017 in Valeggio sul Mincio, Italien. Ein Highlight ihrer bisherigen Karriere war zudem eine kleine Weltreise, bei der sie mit den besten Distanzreitern aus verschiedenen Nationen zusammenarbeitete. Belgien, Portugal, Chile und Dubai – Luisa hat mit ihren gerade einmal 19 Jahren bereits viel von der Welt gesehen. Sie trainierte bereits in Frankreich mit Elisabeth Hardy, einer der besten belgischen Reiterinnen. Zudem lernte Sie während ihrer Reise von echten Szenegrößen wie dem norwegischen Nationaltrainer Fernando Medina sowie dem Reitcoach Abdullah bin Huzaim und nahm an unzähligen bekannten internationalen Rennen teil. Eine Erfahrung, die Luisa, wie sie selbst sagt, nie vergessen wird: „Während meiner Zeit in Chile konnte ich unter anderem spannende Einblicke in die Veteriärmedizin gewinnen.“

Teamwork, Nervosität und Rituale – Luisa plaudert aus dem Nähkästchen

Im weiteren Verlauf unseres Gesprächs erzählt uns Luisa, dass besonders Teamarbeit beim Distanzreiten enorm wichtig ist, denn ohne eine zuverlässige Crew im Rücken wäre ein Rennen über 120 bis 160 km so gut wie unmöglich. Eine perfekte Koordination zwischen dem Reiter und seiner Crew sei daher unerlässlich. Doch trotz der Professionalität, welche die Distanzreiterin an den Tag legt, gesteht sie uns in einem kurzen Augenblick, dass auch sie manchmal von Nervosität geplagt ist. Bei einem Rennen mit über 100 Pferden, wie beispielsweise bei der Weltmeisterschaft, ist dies natürlich unvermeidbar. Luisa hat gegen ihre Aufregung allerdings ein einfaches, aber effektives Ritual: „Indem ich den Kopf meines Pferdes streichle und einen tiefen Blick in seine Augen werfe, stärke ich die Verbindung zwischen uns!“

Ziele und Träume – auf dem Weg zum Weltmeistertitel

Ihr kurzfristiges Ziel: So viel wie möglich von den weltbesten und erfahrensten Reitern der Welt lernen. Hinzu kommt der Wunsch, viele bekannte Rennen zu bestreiten und bestenfalls zu gewinnen. Außerdem möchte Luisa weiterhin an den Europa- und Weltmeisterschaften im Distanzreiten teilnehmen. Ihr Kindheitstraum sei es jedoch, ihr Hobby zum Beruf zu machen und ihre Leidenschaft für Pferde auszuleben.

Luisas Motivation – Support von Familien und Trainern

An erster Stelle, so Luisa, erhalte sie ihre Motivation durch die Unterstützung ihrer Familie, der sie sehr dankbar ist. Aber auch die Entwicklung eines Pferdes während der gemeinsamen Zeit spornt sie an. Der Wille zum Sieg sei zwar ebenfalls ein Antrieb, doch für die junge Reiterin bei weitem nicht das Entscheidende. „Ein besonderer Dank geht auch an alle professionellen Reiter und Trainer, von denen ich lernen und Erfahrungen sammeln konnte. Bei meinem aktuellen Werdegang unterstützt mich mein Verein, der RFZV Büllingen“, verrät uns Luisa. Wir sind uns sicher, dass Luisa Lejeune noch eine große Zukunft vor sich hat und wünschen ihr und ihrem Team alles Gute!