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Zeitreise von Muckefuck über Mokkatürk

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Auf Schmugglertour mit Wilma Rüber und Anna Grenze

Die Jahre zwischen 1947 und 1953 gelten als Hochzeit des belgisch-deutschen Schmuggels. In Deutschland herrschte nach dem Zweiten Weltkrieg große Not, sodass echter belgischer Bohnenkaffee zur Ersatzwährung einerseits sowie auch zum Luxus-Objekt für viele Menschen der Grenzregion wurde. Anna Grenze und Wilma Rüber lassen den „Wilden Westen“ auferstehen und laden während des Herbstes zu sogenannten „Schmugglertouren“ ein.

Zeitreise zurück ins Jahr 1947

Treffpunkt der Schmugglertouren, die sich bereits seit einigen Jahren großer Beliebtheit erfreuen, ist jeweils der Kirchplatz des kleinen Eifel-Grenzortes Roth bei Prüm. Die beiden Schmugglerinnen sind Anna Grenze und Wilma Rüber, alias Dorita Molter-Frensch und Sabine Petri. Wilma Rüber ist Deutsche und lebt nach dem Zweiten Weltkrieg wie viele ihrer Landsleute in großer Not. Wenn sie sagt: „Ich will mal rüber“, wissen Kenner, dass sie sich von Roth aufmachen wird, um mit einem Rucksack voller Eier durch den dichten Wald heimlich rüber ins belgische Weckerath zu wandern. Ihre Mitstreiterin heißt Anna Grenze. Wenngleich es bei den Schmugglertouren der beiden „schrulligen Damen“ lustig zugeht, soll gleichzeitig aus einer Zeit voller Entbehrungen, voller Not, Hunger und Leid erzählt werden, in der sich die Eifeler Landbevölkerung fast ausschließlich mit Schmuggel über Wasser zu halten versuchte.

Angst vor Zöllnern

Und um diesen Teil der Regionalgeschichte perfekt zu vermitteln, haben sich mit Dorita und Sabine zwei Eifel-Gästeführerinnen gefunden. Beide beschäftigten
sich zunächst unabhängig voneinander mit dem Thema, hörten voneinander, trafen sich und erarbeiteten sogleich ein gemeinsames Konzept. Mit selbstgenähter Nachkriegskleidung entführen die beiden Gästeführerinnen ihr Publikum auf eine tolle Zeitreise voller Abenteuerflair und Informationen. Ca. 3,5 Stunden lang können Besucher auf der 7 Kilometer langen Grenzwanderung bis Weckerath in „Annas und Wilmas lebendige Zeitgeschichte“ eintauchen. Anna und Wilma riskieren hierbei in Deutschlands „Wildem Westen“ die Schmugglertour über die Grenze ins nahe Belgien, denn von Muckefuck, gebraut aus gesammelten Eicheln, haben sie die Nase gestrichen voll und sehnen sich nach „herrlichem Schwarzbohnenkaffee“.

Die Sorgen und Nöte, der Mut und die List der Schmuggler und Zöllner werden plötzlich wieder lebendig; die Damen berichten von den Tricks der Schmuggler und Zöllner. Man erfährt, wie Schmuggler Zöllner verprügelten oder sich mit ihnen verbündeten und Schutzgelder zahlten. In der damals von den Franzosen verwalteten Besatzungszone entlang der belgischen Grenze durften die Landwirte nur einen kleinen Teil ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse zum Eigenbedarf behalten, während sie den anderen als „Reparation“ abtreten mussten. In Belgien hingegen konnten die Deutschen schließlich ihre Eier gegen Wurst und vor allem „Mokkatürk“ oder „Chat Noir“ eintauschen. Selbst mit Schnaps betäubte Ferkel fanden so den Weg über die „grüne Grenze“.

Abenteuerspaß für Jedermann

Hierbei setzen die beiden Damen auf Authentizität und vereinen die Erfahrungen aus dreijähriger Recherche und einer Vielzahl an Zeitzeugeninterviews zu einer eigenen Geschichte. So wird die Zeit einfach zurückgedreht. „Wir erzählen von früher, als wäre es heute“, so Wilma Rüber gegenüber Picolo. Vor allem Kinder kommen auf ihre Kosten, ist doch ein Hauch von Abenteuer – trotz der vielen schrecklichen und teils sogar fatalen Zwischenfälle in dieser Nachkriegszeit – allgegenwärtig. In Weckerath angekommen, gibt es das „Schwarze Bohnengold“ als kleine Belohnung obendrein. Die Schmuggleraktivität endete mit der Abschaffung der horrenden Kaffeesteuer im Jahre 1953 schlagartig und es kehrte wieder Ruhe in den „Wilden Eifelwesten“ ein.

Die nächsten „Schmugglertermine“

21.10. / 11. und 25.11. ab 10Uhr

Anmeldungen TI Prümer Land
Tel.: +49-6551-505
Email: ti@pruem.de