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Wandern nach Knotenpunkten

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Wanderungen individuell per App gestalten

Das Wandern gehört im Dreiländereck sicherlich neben dem Radfahren zu den meist praktizierten Sportarten. Vor allem schätzen die Wanderer aus nah und fern die intakte Naturlandschaft sowie die absolute Ruhe. Um jedoch die verschiedenen Wanderungen vollends zu genießen, bedarf es bestens ausgeschilderter Strecken. Wanderkarten in Papierform gehören allmählich der Vergangenheit an, sodass die Tourismusverantwortlichen auf neue Medien und Applikationen setzen. Im Süden Ostbelgiens wurde nun mit dem „Knotenpunkt-System“ ein neues Wanderfeeling mit durchschlagendem Erfolg getestet.

Im Rahmen der „Fotoziektocht“ nahmen rund 4.500 Wanderer aus Flandern den Prototypen des „Knotenpunkt-Systems“ unter die Lupe, wobei die Resonanz als überwältigend zu bezeichnen ist. Im kommenden Jahr plant die Tourismusagentur Ostbelgien (TAO), die für das ostbelgische Wanderwegenetz verantwortlich ist, eine flächendeckende Installation einer Wander-Knotenpunkt-Beschilderung für den Süden Ostbelgiens. Als Bewährungstest hatten die Verantwortlichen um TAO-Produktleiter Dany Heck in der Gemeinde eine 11 km lange Wanderstrecke mit den neuen Wegschildern nach Knotenpunkten – mancherorts auch als „Wandern nach Zahlen“ bekannt – ausgestattet. Das in Flandern medienpräsente und besonders populäre Outdoor-Gewinnspiel „Fotozoektocht“ lockte hierbei tausende Menschen nach Burg-Reuland, die die Pilotstrecke auf Herz und Nieren prüften.

Das Feedback war überwältigend und durchaus positiv. Die wenigen Kritikpunkte flossen hierbei sofort in kleinere Anpassungen, sodass fortan eine perfekte Variante angeboten werden kann. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in der schlussendlichen Realisierungsphase für das neue Beschilderungssystem nach Knotenpunkten mit einfließen. Die Wanderstrecke startet im Zentrum von Burg-Reuland und führt schließlich über Stupbach, Richtenberg und Lascheid wieder zurück zum Ausgangspunkt. Neben dem Wandern wurde das Knotenpunkt-System auch für die Freunde der kulinarischen Genüsse zu einem Erlebnis, ist das Ulf- und Ourtal doch bezüglich seiner tollen Gastronomieadressen weitaus bekannt.
Das Wegenetz im Süden Ostbelgiens umfasst insgesamt 919 km ausgeschilderte Wanderwege. Diese Gesamtstrecke wurde neu beschildert und ins Beschilderungskataster aufgenommen. Das sei eine technische und logistische Herausforderung gewesen, bemerkte Dany Heck weiter. Im Süden Ostbelgiens wurden alleine 3.200 verschiedene Standorte für die Knotenpunkt-Systeme vorgesehen. Insgesamt 8.000 neue Wegweiser mussten angebracht werden. Die Schilder sind nach dem Vorbild der flämischen Wanderknotenpunkt-Beschilderung entworfen worden. Ähnlich wie beim bereits seit Jahren erfolgreichen Velotour-Netzwerk für Radfahrer, sind auf jeder Hinweistafel jeweils die Nummer des aktuellen Standort-Knotenpunktes sowie die Chiffren der benachbarten Knotenpunkte angegeben.

© ostbelgien.eu – go.eastbelgium.com
© ostbelgien.eu

Im Mittelpunkt der Wandervorbereitungen steht die eigens von der TAO entworfene „Go-Ostbelgien“-App, die kostenlos im All-Store oder auf GooglePlay erhältlich ist. Diese App wurde bereits über 7.000 Mal heruntergeladen, was als großer Erfolg zu bewerten ist. Doch was erlaubt die neue App eigentlich?
Beim Start des Programms gilt es zunächst, eine der elf möglichen Gemeinden
zu definieren, in der man eine Wanderung plant. Schließlich wählt der Wanderfreund einen Startpunkt und gibt hierbei die nächsten Wanderziele, die auf der digitalen Karte mit Chiffren gekennzeichnet sind, ein. Hierbei wird die Gesamtdistanz der Strecke sofort angezeigt. Sehr interessant ist auch die direkte Anzeige des Höhenprofils, sodass der Wanderer sofort den Schwierigkeitsgrad „seiner“ Strecke beurteilen kann. Hat man indes keine Ahnung und möchte sich überraschen lassen, kann man das Programm alleine walten und sich einen Vorschlag machen lassen. Bei diesem Modus wählt man lediglich die gewünschte Distanz in 5-Kilometer-Schritten. Diese Strecken oder Vorschläge können mit einem einfachen Mausklick geändert oder aber ergänzt werden.

Am Ende kann man die eigene Strecke dann herunterladen, drucken oder aber für einen späteren Zeitpunkt abspeichern. Das Herunterladen funktioniert im gpx-Modus oder einfach als direkter Download in der App. Somit hat der Wanderer auch stets eine detaillierte, digitale Wanderkarte auf seinem Smartphone oder Tablet zur Hand und kann zudem verschiedene Sehenswürdigkeiten oder gastronomische Adressen ansteuern. Interessant ist sicherlich, neben den Rubriken Radfahren, Mountainbiken, auch die Unterteilung „Themenrouten“. Hier wurden von Experten bereits wunderschöne Genusstouren mit diversen Themen zusammengestellt, die sicherlich das Herz eines jeden Wanderers höher schlagen lassen.

© ostbelgien.eu – Dominik Ketz