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Gibt es ein Mittel gegen Lebensmittelverschwendung?

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Obst & Gemüse in Pulverform

Was kann der neue Food-Trend?

Obst und Gemüse gehören zu einer modernen und ausgewogenen Ernährung. Doch immer weniger Menschen haben überhaupt noch Zeit, Frisches zuzubereiten.  Single-Haushalte beklagen zu große abgepackte Mengen, sodass gekaufter Spinat nur in 500-Gramm-Packungen zur Verfügung stehe.  Einige Start-ups haben dies erkannt und daraus eine Geschäftsidee entwickelt: Obst und Gemüse in Pulverform.  Picolo beleuchtet den Trend und die Wertigkeit dieser Produkte. 

Täglich  5 Portionen Obst oder Gemüse

Eine Ernährungsregel besagt, dass der Mensch täglich 5 Portionen Obst oder Gemüse zu sich nehmen sollte. Diese Menge schafft nicht jeder, sodass die Idee der Pulverisierung auf den ersten Blick plausibel wirkt.  Was vor Jahrzehnten noch als Astronautennahrung verschrien war, hat längst den Weg in die Supermärkte gefunden: Es ist trendy, seinen Smoothie, sein Müsli oder aber den eigenen Kuchen mit Pulver zu verfeinern.  Die Lebensmittelindustrie wirbt mit vielen gesunden Nährstoffen bei minimalem Arbeitsaufwand, während Umweltschützer einen positiven Effekt gegen die grassierende Lebensmittelverschwendung sehen.  Doch es gibt auch kritische Stimmen, die einen Verlust an Genuss und ein verändertes Geschmackserlebnis bemängeln.  TV-Kochsendungen lassen erahnen, dass Essen zu einer Religion geworden ist, bei der nicht nur das Sattwerden, sondern das bewusste Essen, die Nachhaltigkeit und vor allem die Gesundheit im Vordergrund stehen.  Mit Pulvern aus Gemüse und Früchten lasse sich diese Grundhaltung noch steigern, versprechen die Lebensmittelforscher der neuen Start-ups.  So findet man in Rezepten mehr und mehr Pulver, wie beispielsweise das aus grünem Tee gewonnene Matcha-Pulver, das reich an Catechinen, Carotinen ist und die Vitamine A, B, C und E beinhaltet.  Das Sommer-2017-In-Getränk in den Staaten war die Unicorn-Latte, die mit Algenpulver gebraut wird.  Von der Aroniabeere über den Löwenzahn bis zur Brennnessel und zum Weizengras ist im Pulversortiment alles vorhanden. 

Lösung zur Lebensmittelverschwendung?

Das Start-up FoPo (FoodPower) beschreitet nach unserer Meinung den richtigen Weg; sie haben den Trend zum Pulver dazu genutzt, die Problematik der Lebensmittelverschwendung in den Griff zu bekommen.  Bei den Bremer Jungunternehmern gelangt nur „hässliches“ Obst und Gemüse in die Tüte.  Sie kaufen nachhaltig und „fair“ unförmige Mangos, krumme oder kleine Bananen, mit kleinen Makeln behaftete Avocados oder aber reife Ananas und lassen diese vor Ort gefriertrocknen, pulverisieren und nach Europa transportieren. Es handele sich dabei um wertvolle Lebensmittel, die aufgrund ihrer optischen Mängel nie in den Handel gekommen und somit entsorgt worden wären.  „Wir wollen die Lücke füllen zwischen dem, was man an Vitaminen zu sich nehmen sollte und was man am Tag tatsächlich schafft zu essen.  Wir essen auch selbst noch frische Früchte, aber als Single ist es müßig eine ganze Ananas zu kaufen, zu schneiden und binnen kurzer Zeit zu verzehren, so dass ein Teil dieser wertvollen Frucht zwangsläufig im Müll landet“, so Adriana Balazy in einem Interview mit dem Greenpeace-Magazin. 

Zusatz statt Ersatz

Echte Früchte ersetzen die Pulver jedoch nicht, da Obst und Gemüse enorm viel Wasser enthalten und sättigen.  Das ist mit Pulver nicht gegeben und viele wertvolle Inhaltsstoffe gehen bei der Gefriertrocknung verloren. Demnach sehen Ernährungsexperten den Trend eher skeptisch, besitze er doch eher einen Alibi-Charakter, da man sein Essverhalten nicht in Frage stellen und ändern brauche.  Gerade Jugendliche verlieren so die Kompetenz eines bewussten und sinnvollen Einkaufens, und auch des Essens. Die Vor- und Nachteile halten sich demnach die Waage.  Pulvertüten sind im Vergleich zum frischen Obst oder Gemüse um rund das Doppelte teurer. „Ja, unsere Produkte sind aufgrund ihrer aufwändigen Herstellung teurer, daher aber auch leichter zu portionieren, sodass es keinen Wegwerf-Verlust gibt. Unterm Strich sind wir gleich teuer“, so die abschließende Meinung von FoPo.   

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